Freitag, 19. Juni 2015

Frostschäden

Es ist schon etwas seltsam im Sommer über Frostschäden zu schreiben, aber es ist an der Zeit für eine Bestandsaufnahmen. Kiri stand ja den ganzen Winter im Freien, und der Frost hat seine Spuren hinterlassen. Gut daran ist, dass wir so gleich einige Kinderkrankheiten ausmerzen können:

Der Steven zeigte deutliche Frostspuren, boten die feinen Spalten zwischen den Furnierschichten doch Angriffsflächen für den Frost.

Gefertigt aus formverleimten Eichefurnieren boten die Spalten zwischen den Furnierschichten Angriffsflächen für Wasser und damit auch Frost.
Abhilfe: Wir haben inzwischen mit Epoxidspachtel nachgespachtelt und den gesamten Steven mit 50g/qm-Glasfasergewebe laminiert. Faktisch unsichtbar und undurchdringlich für Wasser.

Die Fenster hatten auch etwas gelitten. Ich hatte beim Verfugen der Fenster nicht aufgepasst und ein Polymer mit einer Dehnungsgrenze von etwa 200% verwendet. Zu wenig bei -18° Kälte. Das muss noch mal gemacht werden und zwar mit einem Polymer, dass sich zu 600% dehnen lässt.

Beim Zusammenziehen des Fensters in der Kälte ist die Fugenmasse gerissen
Ein ähnliches Problem wie beim Steven gab es auch am hinteren Schott. Auch hier werden wir nachspachteln und mit Glasfaser laminieren. Dann kann der Traveller montiert werden.

Frostaufbruch an der Klebefuge des hinteren Schotts
Und sonst? Das angefangene Bugspriet hatte den Winter gut überstanden. Wir haben nun das gute Wetter ausgenutzt und das Teil fertig laminiert. Bei R&G Composites hatte ich eine Harz- und Härterkombination mit einer Topfzeit von fünf Stunden gefunden. So konnten wir in aller Ruhe das 3,60 m lange Glasfaserrohr mit Kohlefaser ummanteln, anschließend mit Schrumpfband umwickeln, und das Schrumpfband dann mit dem Heißluftföhn straffen. Das Ergebnis war ein sehr kompaktes Kohlefaserlaminat mit einem Faseranteil von mehr als 60%.

Beim Wickeln des Schrumpfbandes
Auch in der Eignerkoje ging es vorwärts. Hier wurde die Liegefläche einlaminiert. Ausschnitte in der Liegefläche gestatten es, auch später noch den darunter befindlichen Trinkwasertank auszubauen, außerdem auch Gepäck zu verstauen.

Einkleben der Auflager für die Deckel

Selfie bei der Liegeprobe

Schließlich wurde genau wie in der Lounge die Decke der Koje mit Kork beklebt.