Sonntag, 15. November 2015

Long time no see...

Ich hab' schon ein ganz schlechtes Gewissen, weil es seit dem letzten Blogeintrag schon über zwei Monate her ist. Doch wir waren mit Rocinante auf einem längeren Binnentörn. Kiri stand derweil im Garten rum. Falls Einige vergessen haben, wie sie aussieht - hier ist sie:

Kri in unserer Open-Air-Werft
Nach der Rückkehr ging es mit dem weiteren Ausbau erst langsam wieder los. So wurden die großen 1:40 Schotwinschen installiert. Unter den Winschen befindet sich eine Verstärkungsplatte aus mehren Lagen Glasfaser. Die Schraubenlöcher wurden natürlich erst größer vorgebohrt und mit Epoxidharz vergossen. In diese Masse wurden dann die "echten" Schraubenlöcher gebohrt und beim Verschrauben noch alles mit Soudoseal versiegelt.

Andersen Standardwinschen
Auf der anderen Seite sieht es dann so aus:

Bigheads als Kontermuttern für die Winsch (hinten) unten den Fallenstopper (vorn).
Die Überlängen der Schrauben wurden inzwischen abgeflext.
Auch an den Auslegern gab es noch einiges zu tun. Hier mussten im Innern noch einige Verstärkungen geklebt werden. Jeder Ausleger ist außerdem in drei Kammern unterteilt. Der Einstieg in den Ausleger erfolgt in der mittleren Kammer. Die hintere, sehr kleine Kammer ist durch ein Schott getrennt und wird unzugänglich bleiben. Die vordere Kammer ist ebenfalls durch ein Schott getrennt. Hier ist jedoch eine Luke eingeplant, so dass die vordere Kammer zugänglich bleibt und zur Not auch als Stauraum genutzt werden kann.

Anfertigung einer Ausleger-Schottluke
Das große Thema bleibt natürlich der Innenausbau. Probeweise wurde im Boden der Nasszelle schon einmal der Teak-Grätling eingesetzt, um zu sehen wie er passt. Den habe ich allerdings nicht selbst gebaut, sondern von der Tischlerei Behn anfertigen lassen. Die sind auf sowas spezialisiert.

Wasserdurchlässig und rutschfest - Grätling aus Teakholz
Auch die Kühlanlage ist im Werden. Als Kühlaggregat kommt eine ColdMachine von Waeco zum Einsatz. Ich hatte mir erst überlegt, die Pumpe von Grundfoss einzeln zu kaufen. Lohnt sich aber nicht. Bei dem fertigen Aggregat sind bereits der Kondensor, Kupplungen und Grundplatte dabei, das Ganze ist bereits mit Kühlflüssigkeit verfüllt, und viel teurer als die Pumpe einzeln ist es auch nicht.
Positioniert wird das Aggregat unter der Bodenplatte der Hundekoje. Von dort führt dann eine kurze Kälteleitung zur Kühlbox im Küchenblock.


Kompaktes Kühlaggregat von Waeco
Gegenüber des Küchenblocks ist der Kartentisch. Über diesem wurde nun ein kleines Bücherregal installiert. An dessen Bodenbrett soll auch die Funke und die Arbeitsplatzbeleuchtung aufgehängt werden.
Bücherregal oberhalb des (hier ziemlich vollgestellten) Kartentischs
 Ja, und dann war schließlich noch was in der Post:

Schiffsserver in Scheckkartengröße
Ich hatte im Sommer an einer Kickstarter-Aktion teilgenommen, um das Projekt UDOO-Neo zu ermöglichen. Die Finanzierung war erfolgreich und das Ergebnis habe ich jetzt auf dem Schreibtisch. Neben einer Hybrid-CPU (Linux/Arduino) sind auf der Karte 1 GB RAM, WiFi, Bluetooth, Ethernet und Sensoren (Accelerometer, Gyroskop und Magnetometer) enthalten. Beigelegt zum Einstecken waren außerdem Hygrometer und Temperaturfühler. 
Plan ist, alle Messwerte von den Sensoren auf der Karte und auch von externen Sensoren (Echolot, Wetterfahne, GPS, AIS usw) zu bündeln und über WiFi auf dem gesamten Boot als NMEA-Datenstrom verfügbar zu machen. Die Visualisierung erfolgt dann auf Smartphone, Tablet, Notebook oder - bei Verzicht auf Farbe - auch auf einem E-Reader. Letzter haben den Vorteil, dass sie auch in praller Sonne ablesbar sind. 
Die Beschäftigung für die kommenden, langen Winterabende ist also gesichert.

Und dann gab's beim Nachhausekommen noch eine Überraschung. Google hatte inzwischen neue Satelittenbilder ins Web gestellt. Und hier ist Kiri vom Weltraum aus gesehen (Google Earth):





Freitag, 4. September 2015

Aller guten Dinge sind drei...

Die Zeit ist gekommen, die Segel zu bestellen. Bestellt man im Herbst für das Frühjahr, kann man bei den meisten Segelmachern den Winterrabatt ausnutzen. Vorsichtshalber habe ich noch einmal die Maße am echten Boot mit denen im Segelplan verglichen. Und dann: aargh... Der Pütting für das Vorstag saß 12 cm zu weit hinten. Und das war schon der zweite Versuch. Beim ersten mal hatte ich die Halteplatte für Pütting und Führungsrohr des Bugspriets zu weit unten angebracht, so dass das eingeschobene Bugspriet etwa in Höhe des Klodeckels positioniert war. Also die Halteplatte herausfräsen und etwas höher ankleben. Und nun das! Wieder raus und erneut 12 cm weiter vorne einkleben. Wie gesagt, aller guten Dinge sind drei...


Die neu positionierte Trägerplatte. Vorteil: mehr Platz im Ankerkasten
Oberhalb der Trägerplatte erkennt man den Montagepunkt für das Dampferlicht. Für Unkundige: das Dampferlicht ist eine nach vorne gerichtete weiße Laterne, die des Nachts angeschaltet wird, wenn das Boot von einem Motor angetrieben wird. Das Dampferlicht befindet sich an einem steckbaren Mast, so dass das es ordnungsgemäß einen Meter höher als die Positionslampen zu stehen kommt. Eingeschaltet wird das Dampferlicht vom Cockpit aus.
Auch eine Hupe ist inzwischen montiert. Dabei habe ich mich für ein Einbaumodell entschieden (noch ein Loch im Rumpf). Da können sich wenigstens keine Leinen drin verfangen.

Auch der Innenausbau ging ganz gut voran. Der Salontisch nimmt Form an. Viele Segelyachten mit Schwertkasten verwenden Klapptische, die links und rechts vom Segelkasten angeschlagen werden. Wir haben uns dagegen für ein Stecksystem entschieden. Die beiden Tischhälften werden zusammengesteckt und werden von der Maststütze und einem Fuß, der auf dem Schwertkasten aufsitzt gehalten. Da der Fuß variabel gestaltet ist, lässt sich der Tisch in unterschiedlichen Höhen installieren: etwas höher zum Essen (dann finden auch die Knie darunter Platz) und etwas niedriger für den Absacker. Die Tischplatte verjüngt sich zum Heck hin. Schlanke Gäste können nach vorne durchrutschen, beleibtere Gäste finden am schmaleren Ende genügend Platz... Wir haben halt nur 2,50m Gesamtbreite.

Der Tisch im Versuchsaufbau. Das Holz ist Paulownia (Kiri)
Fertiggestellt wurden außerdem die Bodenbretter und zwar aus einem laminierten PETG-Schaum. Die Höhe habe ich so gewählt, dass ich gerade noch stehen kann, ohne den Kopf einzuziehen, denn je höher die Bretter liegen, umso mehr Platz hat man zum Laufen. Später werden diese Bretter noch mit Kork und Antirutschmittel beschichtet.

Bodenbretter aus Schaum und Glasfaser
 Zum Schluss noch eine Außenansicht, an der sich allerdings seit letztem Herbst nicht all zuviel verändert hat. Gottseidank ist das Boot vom letzten Sturm verschont geblieben. Den Mirabellenbaum am anderen Ende des Gartens hatte jedoch der letzte Sturm in zwei Teile zerrissen und ein Teil stürzte neben Kiri auf das Himbeerbeet. Glück gehabt.


Montag, 3. August 2015

Hochsommer

Anders als geplant, geht es auch im Sommer eher langsam voran. Das liegt daran, dass uns Rocinante noch ausgiebig beschäftigt hat. Inzwischen haben wir sie aber zu Wasser gelassen - nur um festzustellen, dass die Lichtmaschine nicht mehr richtig funktioniert. Immer wieder was anderes ...
Außerdem waren wir in Urlaub.

Doch zurück zu Kiri. Im Außenbereich wurde der Traveller für das Groß montiert. Entschieden haben wir uns für ein System von Pfeiffer, und zwar für die stärkste Ausführung. Da das Segel eines Mehrrumpfbootes bei einer Bö nicht zur Seite ausweichen kann, ist hier mit ganz anderen Kräften zu rechnen als bei einem Einrümpfer. Positioniert wurde der Traveller auf dem hinteren Schott und mit langen Schrauben verankert. Selbstverständlich wurden die Schraubenlöcher erst größer vorgebohrt und mit Epoxy verfüllt, um die Zugfestigkeit zu erhöhen.

Travellerschiene, Travellerschlitten und Kontrollblock

Im Innenraum wurden die Sitzbänke angefertigt. Wir hatten erst vorgehabt, die Sitzbänke aus Rohren und einem Geflecht von Nylengurten anzufertigen, haben uns aber dann doch für Holz entschieden. So konnten wir unsere Holzreste verwenden. Außerdem lassen sich so die Sitzbänke leichter in Betten umfunktionieren.

Seitenwände Rotzeder, Sitzfläche Sperrholz.
Das ganze muss noch mit Epoxydharz imprägniert werden.
Auf dem Bild sieht man auch, dass inzwischen in der Lounge beide Lichtkanäle in Betrieb sind. Gekauft hatte ich zweimal fünf Meter RGBW-LED Strips, vier Controller und zwei Fernbedienungen. Das ergab für die Lounge zweimal drei Meter und für die Hundekoje zweimal zwei Meter LED-Strip. Diese 4 Strips werden jeweils über einen Controller angesteuert. Über die Fernbedienung lässt sich jeder Strip einzeln ansteuern - sowohl in Farbe als auch in Helligkeit. Die beiden Fernbedienung funktionieren identisch.


Die Hundekoje in Blau. Der vierte Strip muss noch montiert werden - mir waren die Schrauben ausgegangen

Positionsbeleuchtung mal innen
Was wie eine Spielerei anmutet, hat durchaus einen nützlichen Hintergrund, z.B. für eine Nachtbeleuchtung. Und rote, orange, oder gelbe Beleuchtung soll angeblich keine Stechmücken anlocken.

Freitag, 19. Juni 2015

Frostschäden

Es ist schon etwas seltsam im Sommer über Frostschäden zu schreiben, aber es ist an der Zeit für eine Bestandsaufnahmen. Kiri stand ja den ganzen Winter im Freien, und der Frost hat seine Spuren hinterlassen. Gut daran ist, dass wir so gleich einige Kinderkrankheiten ausmerzen können:

Der Steven zeigte deutliche Frostspuren, boten die feinen Spalten zwischen den Furnierschichten doch Angriffsflächen für den Frost.

Gefertigt aus formverleimten Eichefurnieren boten die Spalten zwischen den Furnierschichten Angriffsflächen für Wasser und damit auch Frost.
Abhilfe: Wir haben inzwischen mit Epoxidspachtel nachgespachtelt und den gesamten Steven mit 50g/qm-Glasfasergewebe laminiert. Faktisch unsichtbar und undurchdringlich für Wasser.

Die Fenster hatten auch etwas gelitten. Ich hatte beim Verfugen der Fenster nicht aufgepasst und ein Polymer mit einer Dehnungsgrenze von etwa 200% verwendet. Zu wenig bei -18° Kälte. Das muss noch mal gemacht werden und zwar mit einem Polymer, dass sich zu 600% dehnen lässt.

Beim Zusammenziehen des Fensters in der Kälte ist die Fugenmasse gerissen
Ein ähnliches Problem wie beim Steven gab es auch am hinteren Schott. Auch hier werden wir nachspachteln und mit Glasfaser laminieren. Dann kann der Traveller montiert werden.

Frostaufbruch an der Klebefuge des hinteren Schotts
Und sonst? Das angefangene Bugspriet hatte den Winter gut überstanden. Wir haben nun das gute Wetter ausgenutzt und das Teil fertig laminiert. Bei R&G Composites hatte ich eine Harz- und Härterkombination mit einer Topfzeit von fünf Stunden gefunden. So konnten wir in aller Ruhe das 3,60 m lange Glasfaserrohr mit Kohlefaser ummanteln, anschließend mit Schrumpfband umwickeln, und das Schrumpfband dann mit dem Heißluftföhn straffen. Das Ergebnis war ein sehr kompaktes Kohlefaserlaminat mit einem Faseranteil von mehr als 60%.

Beim Wickeln des Schrumpfbandes
Auch in der Eignerkoje ging es vorwärts. Hier wurde die Liegefläche einlaminiert. Ausschnitte in der Liegefläche gestatten es, auch später noch den darunter befindlichen Trinkwasertank auszubauen, außerdem auch Gepäck zu verstauen.

Einkleben der Auflager für die Deckel

Selfie bei der Liegeprobe

Schließlich wurde genau wie in der Lounge die Decke der Koje mit Kork beklebt.



Montag, 11. Mai 2015

Innenausbau

Seit dem letzten Blog-Eintrag ist es nun schon eine Weile her. Das heißt nicht, dass wir untätig waren, trotzdem geht die Arbeit an Kiri im Moment etwas langsamer voran, da nun auch Rocinante Aufmerksamkeit erheischt.

In der Lounge haben wir inzwischen die Decke mit Kork verkleidet. Das selbe ist auch für die Koje geplant. Zum Einsatz kam eingefärbter 3mm Wandkork. Aufpassen muss man dabei mit dem Kleber: da der Untergrund nicht saugfähig ist, kann nicht jeder Kleber eingesetzt werden. Wir haben einen Latex-Kleber verwendet.

So sieht nun die Decke aus.
In echt ist der Farbton etwas wärmer und die Fugen werden noch mit Acryl abgespritzt.
Und dann wurde noch ein Loch in den Rumpf gebohrt (vorläufig das letzte...), und zwar für den Dreifachgeber DST800 von Airmar (Sonar, Temperatur, Log). Da wir einen Composite-Rumpf haben, haben wir zunächst ein größeres Loch gebohrt, dieses dann mit Epoxy - mit Glasfaser verstärkt - verfüllt, nach dem Aushärten plan geschliffen, und dann in den enstandenen Epoxypfropfen das eigentlich Loch gebohrt. Hier wird später das Gehäuse des DST800 mit einem Polymer-Kleber eingeklebt.

Das Loch für den Geber wurde leicht azentrisch gesetzt, um allzu engen Bodenkontakt des Log-Rädchens zu vermeiden. Der Rumpf ist an dieser Stelle leicht konvex, jedoch sorgt der Epoxypfropfen für eine plane Auflage.
Eine Entscheidung in Sachen Kühlbox ist auch gefallen - und zwar contra Vakuumplatten und für PU-Schaumplatten. Die Platten lassen sich hervorragend verarbeiten und wurden mit PU-Leim verklebt. Die Stöße habe ich mit metallisiertem Klebeband (Dampfsperre) abgeklebt. Der Zugang zur Kühlbox erfolgt nicht - wie auf vielen Booten üblich - von oben, sondern von vorn. Damit bleibt die Arbeitsplatte zum Arbeiten frei. Und da sich ein Teil der Kühlbox unter den Kochplatten befindet, lag diese Lösung ohnehin nahe.



 Auch in der Hundekoje hat sich was getan. Die seitlichen Schrankwände wurden installiert. Diese bestehen - wie auch die Küchenarbeitsplatte - aus einem Laminat von PET-Schaum und Resopal. Die Schrankwände haben große Ausschnitte, in die Glasführungsschienen eingearbeitet wurden. Später werden hier Plexiglasscheiben eingesetzt. Dadurch wirkt die Hundekoje optisch größer.


 Und schließlich habe ich damit angefangen, die Trennwand zwischen Nasszelle und Koje Stück für Stück aufzubauen. Damit und mit der Installation der Liegeflächen in Koje und Hundkoje wäre dann erst einmal der Roh-Innenausbau abgeschlossen.

All zuviel erkennt man nicht auf diesem Bild vom Bau der Zwischenwand,
aber mir gefiel das Formen- und Farbenspiel ganz gut...

Montag, 30. März 2015

Zwei Jahre Kiri

Kleine Rückschau


Im März 2013 hatten wir angefangen, die Halle zu stellen. Im April stand dann die erste Malle für den Bau der Ausleger.

26. März 2013: Das Zeltgerüst steht

15. Mai 2013: Beim Laminieren der ersten Auslegerhälfte
22. Juni 2013: Zwei Auslegerhälften sind fertig
24.August 2013: Die beiden Ausleger sind fertig - die Halle ist wieder frei
Im Herbst 2013 stellten wir dann die Mallen für den Rumpf. 


26.August 2013: Mallen Steuerbordseite


30.November 2013: Die erste Rumpfhälfte hängt unter dem Dach
Der Winter 13/14 war mild und konnte von uns für den Weiterbau genutzt werden. Vor einem Jahr war es dann soweit: die beiden Rumpfhälften wurden aneinander gefügt.


24. März 2014: Die beiden Rumpfhälften werden miteinander verklebt
Es folgte das Laminieren der Außenhaut mit mehrmaligem Umdrehen des Rumpfes. Im Sommer stand dieser schließlich aufrecht.
3. Juli 2014: Sitzprobe
Nach Anstrich und Fenstereinbau war das Boot wetterfest und das Zelt konnte termingerecht abgebaut werden.
18. September 2014: Zeltabbau
Den Winter über habe ich mich dann hauptsächlich mit dem Innenausbau beschäftigt: Licht, Wasser- und Abwasserinstallation, Elektroinstallation, usw.

Und was war im letzten Monat los?

Erst mal ging's mit Strippenziehen weiter. Neben den Stromkabeln liegt nun auch schon ein Antennenkabel und ein Teil der Kabel ist auch schon an die Schalttafel angeschlossen.

Die Zweifarbenlaterne am Bug in Betrieb. Für sämtliche Lichter verwenden wir ausschließlich LEDs.


Die Schalttafel im eingebauten Zustand. Die Ladebuchse für die Batterie des Dinghys fehlt noch.
12V-Buchse, zwei 5V USB-Buchsen und Voltmeter am Kartentisch


Für den Innenausbau haben wir uns für ein Laminat bestehend aus einem Schaumkern, der doppelseitig mit Resopal beklebt ist, entschieden. Das ergibt eine steife und widerstandsfähige Platte. Als Schaum kam Airex T90 zum Einsatz, als Kleber haben wir einen PU-Kleber verwendet - denselben mit denen wir schon die Zederleisten verleimt hatten. In die Kanten der Platten wurden eben solche einlaminiert.

Die Tischplatte des Kartentischs: 10mm Schaum mit Resopal doppelseitig.
 
Die Küchenarbeitsplatte. Spülbecken (Ikea) und Induktionskochplatten sind bereits eingebaut.
Unter der Küchenarbeitsplatte, links neben dem Spülbecken soll noch die Kühlbox eingebaut werden. Die bereitet uns noch einiges Kopfzerbrechen. Ideal wären Vakuumdämmplatten. Da diese aber genau nach Passform vorgefertigt werden müssen, ist das ein ziemlich teures Vergnügen. Eine PUR/PIR-Schaum-Dämmung würde nur einen Bruchteil davon kosten. Den Differenzbetrag könnte man in zusätzlich Solarzellen investieren...




Montag, 2. März 2015

Strippen ziehen

In den letzten Jahren sind auch Segelboote ziemlich elektrisch geworden - und unseres wird es ja sowieso. Kein Wunder, dass da jede Menge Strippen zu ziehen sind. Möglichst werden die dort gezogen, wo man sie nicht sieht - trotzdem sollten sie natürlich gut zugänglich sein. 

Einige Grundsätze:
  • Wir verwenden nur verzinnte Kupferlitze. Wer nur in Ost- und Nordsee segelt, kommt auch mit der wesentlich preiswerteren unverzinnten Litze aus, in wärmeren Gefilden korrodieren die letzteren jedoch rasch. Für die kleineren Querschnitte (0,5 und 1,5 mm²) wurden wir bei Pollin fündig, für die größeren Querschnitte (4, 6 und 16 mm²) haben wir Solarkabel verwendet. Die verbleibenden Querschnitte dazwischen haben wir bei SVB bestellt.
  • Leerrohre verwenden wir nur dort, wo es unbedingt nötig ist. Im Falle eines Falles, soll man ungehinderten Zugang zu den Kabeln haben. Gehalten werden die Kabel mit kurzen Leerrohrabschnitten, zusätzlich mit Kabelbindern gebündelt.
  • Niederspannungsleitungen (12V) und 230V-Leitungen werden grundsätzlich nicht nebeneinander geführt. Da sämtliche 230V-Verbraucher im Küchenblock konzentriert sind, sind die nötigen Kabellängen für diese Spannung sowieso ziemlich kurz. Im Küchenblock befindet sich denn auch ein kleiner Sicherungskasten für 230V.

Noch ein ziemlicher Kabelsalat, doch bald kehrt auch hier Ordnung ein

Die 12V-Leitungen laufen alle an der Schalttafel in der Nähe des Kartentischs zusammen. Nachdem ich im Internet einen Service für die Frontplattenherstellung entdeckt hatte, war klar - die Schalttafel machen wir selber. Mit dem heruntergeladenen Programm wurde die Schalttafel am PC entworfen und dann an den Service übertragen. Nach knapp einer Woche war die fertige Frontplatte im Briefkasten.
Noch eingepackt: die fertige Frontplatte

Beim Bestücken 

Schon fast fertig
Mit dem Ergebnis bin ich durchaus zufrieden. Im Vergleich mit den berühmten schwarzen Schalttafeln des Marktführers sind wir deutlich kostengünstiger herausgekommen, die Schalttafel ist genau auf unsere Bedürfnisse ausgerichtet, und sieht auch ganz gut aus.

Ein Schaltplan folgt in einem der nächsten Blogs.


Montag, 16. Februar 2015

Pinnenbau

Eines der Teile, die sich gut im Haus bauen lassen, ist die Pinne. Am einen Ende ist die Pinne gegabelt, um links und rechts am Ruderkasten angeschlagen zu werden. Am anderen Ende hat sie eine starke S-Biegung, damit man sich beim Steuern nicht bücken muss. Wir hatten erst überlegt, die Pinne aus Eschefurnier formzuverleimen. Wegen der Gabelung waren wir aber davon abgekommen - die Faser wäre unterbrochen worden und die Pinne nicht so stabil. Deshalb entschieden wir uns für 12x12mm Escheleisten. Bei 4 Lagen mit je 4 Leisten brauchten wir insgesamt 16 Leisten.


Kein Schaukelpferd, sondern die Form für die Pinne.
Zusammengeschraubt aus alten Mallenplatten.
Die Schwierigkeit: die starke Krümmung am anderen Ende. Da wären die Escheleisten im Naturzustand überfordert gewesen. Deshalb kam eine Technik zum Einsatz, die ich schon beim Bau der Marone ausprobiert hatte: das Dampfbiegen.
In einem Dampfrohr bestehend aus alten Brettern, Bubblewrap und einem alten Wasserkessel werden die Escheleisten mit Heißdampf behandelt.
Nach über 90 Minuten im Dampfbad werden die Leisten langsam aber energisch über die Form gebogen und festgezwungen. Nach etwa 20 Minuten hat die Leiste abgekühlt und behält weitgehend ihre Form. Dann kommt die nächste Leiste dran.

Dort wo die stärkste Biegung ist, wird zusätzlich ein Blech über die Leiste gespannt, so dass ein Brechen der Leiste weitgehend verhindert wird.
Über Nacht werden nochmal 4 Leisten (eine Lage) zusammen eingespannt und am nächsten Tag mit der vorigen Lage verleimt.

Alice beim Entfernen der Zwingen

Gespickt mit Zwingen. Als Leim kam wieder ein PU-Leim zu Einsatz.
Nach gut einer Woche war dann die rohe Pinne fertig. Von der Materialkosten eines der billigeren Bauteile (6 EUR Holz und eine halbe Flasche Leim), jedoch ziemlich arbeitsaufwändig.

Die Pinne im Rohzustand. Die Holzfasern laufen von vorne bis hinten.
Was noch folgt ist das Rundmachen mit dem Hobel.
Im Boot selbst habe ich mit dem Möbelbau angefangen, zunächst einmal mit den Schubladen für den Kartentisch. Der Kartentisch wird aus Sperrholz gebaut, für die meisten anderen Schränke ist dagegen mit Resopal kaschierter Schaum angedacht.

Die Schubladen sind rechtwinklig - der Kartentisch aber nicht!
Möbelbau für ein solches Boot ist knifflig - es gibt außen den Schotts praktisch keine geraden Flächen. Von rechten Winkeln ganz zu schweigen. Aber da ich in einem alten Haus lebe, bei dem auch alles schief und krumm ist, bin ich in dieser Hinsicht Kummer gewöhnt.