Dienstag, 26. August 2014

Zahnstocher

Die Amas sind also drin. Zunächst erfahren sie die gleiche Behandlung wie der Rumpf. Grob vorschleifen, dann zweimal mit Epoxy 601 streichen. Dann werden die Öffnungen für die Luken hinein geschnitten. Der Ausschnitt ergibt den Lukendeckel. Wir wollen hier also keine handelsübliche Luken verwenden, sondern die Luken selbst anfertigen. Die Technik stammt aus dem Kanubau.


Gleich ausprobiert

Für die Form des Luks haben wir uns etwas Besonderes überlegt, und zwar eine Superellipse - ein Mittelding zwischen Ellipse und Rechteck. "Erfunden" hat die Superellipse der dänische Wissenschaftler und Dichter Piet Hein. Statt eines Exponenten von 2 wie in der Ellipsengleichung verwendet die Superellipse einen Exponenten von 2,5. Die Form mussten wir nicht selbst berechnen: auf dieser Website gibt man die Maße ein und lässt sich die Kurve ausrechnen. Das erhaltene PDF druckt man aus, legt den Ausdruck aufs Holz und sägt!

Blick in den Ausleger. Im Hintergrund ein Schott.
An der Schräge wird der Pütting befestigt.
Der sichtbare Teil des Pütting
Nach der Montage der Püttings kam die Montage der Auflageteller für die Querholme. Dazu wurden zunächst die Ausleger sowohl in Längs- als auch in Querrichtung in die Waage gestellt. So war es anschließend möglich, die Teller mit Hilfe einer Wasserwaage exakt auszurichten. Um die Teller in der gefundenen Position zu halten, verwendeten wir Zahnstocher als Distanzhalter!

Hinterer Teller wird ausgerichtet

Der Zwischenraum wir mit einer Mischung aus Harz, Microfiber und Glasfaserhäckseln aufgefüllt.


Dienstag, 12. August 2014

Deckfest

Seit dem letzten Post ist eine Weile vergangen. Untätig waren wir jedoch nicht. Unter anderem wurde der Ankerkasten fertiggestellt, der im Vorschiff sitzt. Er erhielt drei Lagen Glasfaser als Panzerung, zusätzlich noch eine Lage Diolen, die gegen Schläge und Kratzer schützt.
Im Ankerkasten sitzt auch der Halter für die Bugsprietführung, die wir ebenfalls montiert haben. Das Führungsrohr aus Carbon hatten wir bereits im letzten Winter angefertigt.

Ankerkasten mit Führungsrohr für das Bugspriet
Parallel dazu wurden wieder einige Teile mittels Vacuum Bagging gefertigt. Zunächst zum Warmlaufen die Püttings, die in den Auslegern montiert werden. Sie bestehen aus einem Sperrholzkern, der mit mehreren Lagen Kohlefaser ummantelt wird. Diese Lagen halten die Titanfittings am oberen Ende.

Püttings in Composite-Bauweise
Das nächste und größte Objekt für das Vaccum-Bagging war das Schwert. Den Kern hatten wir auch schon im Winter aus Paulownia(Kiri)-Holz gefräst, jetzt sollte es noch mit 3 Lagen Karbon ummantelt werden.

Das Schwert: Einstreichen des Kerns mit Harz

Auftrag der Kohlefaserschichten ...

... und unter Vakuum aushärten lassen
Alle diese Arbeiten mussten jetzt ausgeführt werden, bevor die Ausleger wieder in die Halle kommen, denn dann ist nicht mehr genügend Platz. So auch der Bau des Solarpanels. Dafür mussten wir uns als Form sogar erneut ein paar Mallen herstellen. Die Solarpanels bestehen aus Schaum und werden beidseitig mit Kohlefaser laminiert. Da die Panels abnehmbar sein sollen, wollen wir sie so leicht wie möglich halten.

Eine Hälfte des Solarpanels auf Strakleisten

Und so sieht das Panel montiert aus.
Die Unterseite ist bereits laminiert, die Oberseite muss noch laminiert werden
Wie man sieht erhalten wir auf diese Weise ein doppeltes Deck. Im Raum zwischen Deck und Solarpanel laufen die Leinen zum Cockpit, werfen also keine Schatten auf die Solarzellen. Gleichzeitig ist das Solarpanel belüftet und wirkt als zusätzliche Wärmedämmung. Zusätzliche sind die Leinen gegen UV-Strahlung geschützt.

Distanzleisten halten das Solarpanel auf Abstand.
Die beiden mitteleren Leisten dienen außerdem als Führungsleisten für das Schiebeluk.
Parallel zu all diesen Arbeiten gingen die Schleifarbeiten am Rumpf voran. Nach dem Grobschliff haben wir sämtliche Flächen noch zweimal mit Epoxidharz (Behnke Harz 601 + Härter LS) eingestrichen, anschließend der Feinschliff. In stark beanspruchten Bereichen haben wir noch eine Lage Diolen in das Harz mit eingebettet.
Anfang letzter Woche wurde dann abgeklebt und zunächst Deck und Cockpit mit weißer 2K-Polyurethanfarbe gestrichen.

Kiri erhält ein Röckchen. Die mit dem Abklebeband
verbundene Folie schützt vor Tropfen und Spritzern.

Nach dem ersten Anstrich. Es folgen noch eins bis zwei weitere Lagen,
und der Mittelteil des Decks muss noch komplett gestrichen werden.
Am Samstag hatten wir dann zu Deckfest eingeladen, natürlich besonders die Helfer, die uns beim Umdrehen des Rumpfes geholfen hatten. Es gab Kaffee und Kuchen und Bowle.

Werkbank umfunktiioniert als Kuchenbuffet



Richtig Stimmung kam auf, als wir mit Hilfe der Gäste die Ausleger wieder ins Zelt brachten. Da ein Zeltpfosten im Wege war, wurde kurzerhand die Kettensäge ausgepackt und der Pfosten temporär entfernt. Und da der Kaffeetisch (unsere Werkbank) zu breit war, wurde er kurzerhand mit der Kreissäge auf ein passendes Maß getrimmt.

Temporärer Zeltpfosten: Jürgen
Frauensache: Einkürzen des Kuchenbuffets

Das Deckfest ist voll im Gange. Die Amas sind wieder drin und auch der
abgeschnittene Zeltpfosten (im Vordergrund) wurde wieder geschient.