Dienstag, 24. September 2013

Abenteuer mit Schaum

Nach zwei Wochen Urlaub geht's jetzt mit frischen Kräften weiter. Die schwierigen Rundungen beim Decksanschluss und im Fensterbereich machen wir zuerst, bevor wir den Rumpf im Kielbereich aufbauen. Teilweise arbeiten wir mit längs durchgeschnittenen halben Leisten, um die engen Rundungen zu schaffen. Die fehlenden Halbrund- und Hohlkehlprofile der Schnittkanten werden mit der Oberfräse nachträglich hergestellt.
Die erste Rundung ist geschafft. Hätte aber doch besser Handschuhe angezogen.

In der Zwischenzeit bereitet Alice eine Form für den Steven, der aus Eiche-Starkfurnier formverleimt werden soll, vor. Als Material für die Form verwenden wir die MDF-Abfälle aus den Mallenausschnitten.

Der Steven wird - besonders im oberen Bereich - ziemlich dick,
da das Führungsrohr für den Bugspriet hindurch geht.

Noch bevor der Rumpf im Kielbereich fertiggestellt wird, wird das Deck gebaut: unsere ersten Erfahrungen mit der Verarbeitung von Schaum. Verwendet wird Corecell M mit einer Dichte von 85 kg/cbm und 15 mm Stärke. Das Material lässt sich sehr gut verarbeiten: es lässt sich sägen, fräsen, raspeln, schneiden, schnitzen, schleifen und schrauben. Als Kleber verwenden wir den gleichen Kleber wie für das Holz, den PU-Kleber JOWAT Jowapur 687.40.

Der Verstärkungsstreifen neben dem geplanten Solarpanel, gesehen von unten.
Hier entsteht ein Hohlraum, den wir später gut als Kabelkanal nutzen können.
Die Schrauben fixieren zwei Schaumlagen aufeinander und werden später wieder entfernt.
Nach diesen Vorbereitungen werden die Strakleisten am Mallengerüst angebracht, eine Arbeit, die fast einen ganzen Tag in Anspruch nimmt. Das Ausmessen, Zuschneiden und Anbringen der Decksplatten geht dann relativ fix.

Die Strakleisten, die den Platten ihre Form geben sollen.
Ohne aufgebauten Kielbereich kann noch leicht an den
schwierigen Übergängen und am Deck gearbeitet werden.

Die erste Hälfte (Steuerbordseite) des Decks ist montiert. Um die Platten in Form zu halten, werden sie von außen an die Strakleisten geschraubt. Nach dem Laminieren der Innenflächen können die Schrauben wieder entfernt werden.
Manche Besucher verfallen angesichts von 15 mm Schaum in ungläubiges Staunen: Da kann man drauf laufen? Man kann, wenn denn der Schaum innen und außen laminiert ist. Für die verschiedenen Decksbeschläge sind allerdings noch Verstärkungen nötig, welche die Kräfte auf eine größere Fläche verteilen. Es ist also notwendig, sorgfältig zu planen, wo Decksbeschläge hinkommen.





Sonntag, 1. September 2013

Der Rumpf

Die Mallen für den Rumpf aufzustellen, ist etwas mehr Arbeit als bei den Amas. Zunächst müssen die vorherigen Ausschnitte für die Ausleger wieder eingefügt werden, um die Mallen zu stabilisieren. Auch die sehr schmalen Randbereiche müssen verstärkt werden. Schließlich werden die einzelnen Platten noch etwa 20 cm in die Helling versenkt. So ergibt sich eine niedrigere Arbeitshöhe und später mehr Platz unter dem Dach, wenn eine Rumpfhälfte dort aufbewahrt werden muss.

Die Mallen im Cockpitbereich. Rechts der Kiel, in der Mitte der Cockpitboden
mit darunterliegender Koje.
Während die Seitenwände des Rumpfs - ähnlich wie die Amas - mit Hilfe der Strip-Planking-Bauweise aus Holz (Western Red Cedar) gebaut werden, bestehen Cockpit und Deck aus Schaum. Durch die Verwendung leichterer Materialien in den oberen Bereichen verschiebt sich der Schwerpunkt des Bootes weiter nach unten. Außerdem ist Schaum resistenter gegen Sickerwasser als Holz.

Komplett aufgestellt, aber noch nicht ausgerichtet.
Zunächst erfolgt der Bau der Rumpfschale aus Holz. Dann - bevor mit Schaum gearbeitet wird, werden in den Schaumbereichen noch Strakleisten als Auflage an die Mallen angebracht.


Samstag abend: die ersten Leisten liegen.

Die Form des Rumpfes ist wesentlich komplizierter als die der Amas. Insbesondere in den Rundungen werden wir mit halben und drittel Leisten arbeiten müssen, die zusätzlich noch auf Gehrung gesägt oder gehobelt werden müssen. Zusätzlich muss noch die zukünftige sanitäre und elektrische Installation berücksichtigt werden. Doch davon später mehr.